Nackenschmerzen

Mit Nackenschmerzen hat jeder Zweite zu kämpfen. Laut einer Studie von 2020 gaben 45,7 % der befragten Deutschen an, innerhalb der letzten 12 Monate Nackenschmerzen gehabt zu haben.
(Robert Koch Institut, 2020).

„In den meisten Fällen haben Nackenschmerzen vergleichsweise harmlose Ursachen, wobei es einige Alarmzeichen gibt, nach denen man einen Arzt aufsuchen sollte“, so der Orthopäde Dr. Frank Jörder von der Unfallchirurgie Hirschberg.

Warum kommt es überhaupt zu Nackenschmerzen?

Nackenschmerzen können auf vielerlei Arten entstehen. Die Medizin unterscheidet dabei zwischen spezifischen und unspezifischen Schmerzen. Die allermeisten Nackenschmerzen sind unspezifisch, d.h.

„Hier ist die Ursache unklar –  drücke ich als Arzt bei meinem Patienten auf den Muskel, tut er weh, aber bei einer MRT könnte ich nichts feststellen,“ so Prof. Thomas Kötter, Allgemeinmediziner am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Knochen, Bänder und Nerven der HWS bilden ein enges Geflecht, sodass sich eine eindeutige Ursache nicht finden lässt. Die häufigsten Auslöser sind laut Dr. Jörder „ über Jahre bestehende Fehlhaltungen und Fehlbelastungen, wie sie durch langes Sitzen am Schreibtisch hervorgerufen werden können.“ Des weiteren können eine ungünstige Lage beim Schlaf, Sportarten mit einseitiger Belastung, Zugluft oder psychische Einflüsse wie Stress zu solche Verspannungen der Nackenmuskeln führen.

Spezifische Nackenschmerzen unterscheiden sich davon, wenn hinter den Schmerzen eine körperliche Ursache steckt. Sie entstehen durch Entzündungen oder durch Bedrängung von Nerven wie bei einem Bandscheibenvorfall, oder laut Prof. Bernd Kladny, Chefarzt der Unfallchirurgie Herzogenaurach, “können ebenso Knochenbrüche, Gleitwirbel, Schleudertraumata, Osteoporose, Hirnhautentzündung und Knochenmetastasen nach einer Krebserkrankung die Ursache sein.“

Harmlose Ursache oder Alarmsignal?

   Typische Symptome für unspezifische Nackenschmerzen

  • sind Steifheit und Spannungsgefühl im Nacken, dem oberen Rücken und den Armen
  • Schmerzen bei Kopfbewegungen
  • ausstrahlender Schmerz bis in die Arme

 

Alarmzeichen – Termin beim Arzt!

  • Nackenschmerzen nach einem Unfall
  • plötzlicher Kopfschmerzen mit Schwindel
  • neurologische Alarmsignale, etwa Kraftverlust, Taubheitsgefühl oder Koordinationsprobleme
  • erhöhter Blutdruck
  • unbekannter Gewichtsverlust
  • Fieber oder Schüttelfrost

 

Nackenschmerzen vorbeugen

Dr. Christoph Ewald von der Gelenk-Klinik in Gundelfingen empfiehlt folgende Präventionsmaßnahmen:

  • regelmäßiges Training der Schulter- und Nackenmuskulatur
  • Dehn- und Mobilisierungsübungen
  • ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes
  • regelmäßiges Ausdauertraining
  • bewusste Pausen bei Bildschirmarbeit
  • gesunde Schlafgewohnheiten
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